Mentoring-Weiterbildung
Sie sind Lehrer*in aus Überzeugung und möchten Lehramtsstudierende in ihren Praxisphasen begleiten sowie Berufseinsteiger*innen beim Start in den Lehrer*innenberuf stärken? Als Mentor*in leisten Sie einen wichtigen Beitrag zur Ausbildung von Lehrpersonen: Sie bieten Orientierung in der Schule, geben strukturiertes Feedback zu Unterricht, fördern professionelle Kompetenzen und erleichtern den Übergang in den Beruf. Hier finden Sie alle Infos zur Mentoring-Weiterbildung im Verbund Nord-Ost (Wien und Niederösterreich) auf der Basis gemeinsamer Curricula der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Niederösterreich, der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich, der Pädagogischen Hochschule Wien und der Universität Wien. Die Weiterbildung ist für Lehrkräfte mit abgeschlossenem Lehramt Primarstufe oder Sekundarstufe Allgemeinbildung unter folgenden Voraussetzungen geeignet.
Informationsveranstaltung Mentoring
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Die nächste Infoveranstaltung findet am 5.3.2026 ab 16 Uhr online statt. (Programmplan mit Zoomlinks)
Die Präsentationsfolien finden Sie nach der Infoveranstaltung hier.
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Was die Weiterbildung ausmacht
- Fokus auf die Praxis: Beobachten, Feedback geben, Entwicklungsschritte begleiten
- Gesellschaftliche Trends einschätzen und ihre Auswirkungen auf Schule, Bildung und Erziehung reflektieren
- Einblicke in den aktuellen Diskurs der Fachwissenschaft, Fachdidaktik, Bildungswissenschaft und fachübergreifende Themen
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Ihr Mehrwert
- Fachliche Weiterentwicklung
- Qualitätssicherung bei der Professionalisierung von Nachwuchs-Lehrkräften für eine positive Schulentwicklung
- Vernetzung und Austausch mit erfahrenen Kolleg*innen
- Vergütungen für Mentor*innen-Tätigkeiten (unterschiedlich je Schulart, Bundesland, etc.)
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Aufbau & Inhalte
Hier finden Sie Informationen zu Aufbau, Inhalt und Umfang der Weiterbildung.
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Angebot & Anmeldung
Hier finden Sie eine Übersicht über das aktuelle Angebot und Details zum Anmeldeprozess.
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Kurstermine
Hier finden Sie eine Übersicht über alle Kurstermine an den verschiedenen Institutionen.
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Kontakt Mentoring
Ihre Ansprechpartner*innen für organisatorische Fragen zur Mentor*innen-Weiterbildung.
Aufbau
Die Weiterbildung setzt sich aus den Teilen A und B mit je 15 ECTS zusammen:
- Teil A berechtigt zur Betreuung von Studierenden in den Pädagogisch-praktischen Studien während des Lehramtsstudiums.
- Teil B kann nur absolviert werden, wenn Teil A abgeschlossen wurde. Beide positiv abgeschlossenen Teile A und B berechtigen zur Betreuung von Berufseinsteiger*innen während der Induktionsphase.
- Teil B kann gewählt werden, muss jedoch nicht gewählt werden.
Bei Interesse an der Betreuung von Studierenden UND Berufseinsteiger*innen melden Sie sich bereits zu Beginn für die zweijährige Weiterbildung Teil A und B (30 ECTS) an.
Inhalte & Umfang
Die Module 1 und 2 sowie 4 und 5 haben bildungswissenschaftliche Inhalte. In den Modulen 3 und 6 liegt der Fokus auf fachdidaktischen Inhalten. Das Unterrichtsfach bzw. die Spezialisierung, die Sie in Modul 3 absolvieren, berechtigt Sie zur Betreuung von Studierenden in den Pädagogisch-praktischen Studien. Weitere Fächer/Spezialisierungen (Modul 3) können Sie ggf. in einem Folgejahr absolvieren.
Bitte beachten Sie, dass nicht in jedem Jahr jedes Sekundarstufenfach in Modul 3 angeboten wird! Hier finden Sie eine Übersicht über das aktuelle Angebot.
Die Weiterbildung verbindet Präsenzphasen, E-Learning-Abschnitte, die Zusammenarbeit in Professionellen Lerngemeinschaften (PLG) sowie individuelle Arbeitssequenzen. Der zeitliche Gesamtumfang ist an allen Institutionen identisch; mögliche Terminunterschiede ergeben sich ausschließlich durch unterschiedliche Pausenzeiten.
Der Arbeitsaufwand wird gemäß dem European Credit Transfer System (ECTS) berechnet: 1 ECTS = 25 Stunden. Für einen Teil mit 15 ECTS ergibt sich somit ein Workload von insgesamt 375 Stunden. Das beinhaltet Präsenz- und Selbstlernphasen.
Für den späteren Einsatz in den Pädagogisch-praktischen Studien im Bachelor- und Masterstudium sind die Institutionen im Verbund Nord-Ost zuständig. Für den Einsatz in Kunstfächern sind die jeweiligen Kunstuniversitäten zuständig. Der Einsatz in der Induktionsphase wird direkt an den Schulen organisiert. Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte ihre Schulleitung!
Modulbeschreibungen
M1 Professionsverständnis und Rolle (Einführung)
- Rollenklarheit und Professionsverständnis
- Reflexion der Bildungsbiografie und des Berufsethos
- Methoden der Beobachtung, Analyse, Reflexion und Evaluation von Unterricht
- aktuelle bildungswissenschaftliche Forschungsergebnisse und Fachliteratur
- Grundlagen professioneller Kommunikation und Interaktion
M2 Professionelle Beratung und Beratung (Einführung)
- Coaching und professionelle Gesprächsführung
- Strategien der Konfliktlösung
- Beratungsmodelle, Begleiten und Beraten im Kontext Mentoring
- Sammeln von praktischen Planungs- und Unterrichtserfahrungen (kollegiale Hospitation, Kontakt mit bzw. Betreuung von Studierenden, etc.)
M3 Lehren und Lernen aus berufsfeldspezifischer und fachdidaktischer Sicht (Einführung)
- Rolle des*der Mentors*in aus berufsfeldspezifischer und fachdidaktischer Sicht
- Argumentation und Begründung methodischer und fachdidaktischer Entscheidungen
- aktuelle fachdidaktische Literatur
- Instrumente förderlicher Leistungsbewertung
- bildungspolitische Reformprojekte und ihre Wirkungen auf die Schulpraxis
M4 Professionsverständnis und Rolle (Vertiefung)
- Identität und Rolle
- Selbstwert und Selbstreflexion, Resilienz
- persönliche Arbeitstechniken, Reflexion des eigenen Tätigkeits- und Professionsverständnisses
- Biografiearbeit
- Kommunikations- und Moderationstechniken
- Kommunikation und Interaktion in professionellen Lerngemeinschaften
- Gruppendynamik
M5 Professionelle Begleitung und Beratung (Vertiefung)
- Systemische/lösungsorientierte Beratungsformen (z. B. Elternarbeit)
- Konkretisierung von Praxissituationen: Erarbeitung von Schwerpunkten und gezielter Aufbau von Kompetenzen
- Intervision
- Professionelles Feedback
- Konfliktbearbeitungsmodelle (z. B. Umgang mit Problemschüler*innen)
- Rolle von Macht und Hierarchie in schwierigen Gesprächssituationen
- Analyse und Reflexion des eigenen Konfliktverhaltens
- Strategien zu Mobbing und Gewaltprävention
- Präventions- und Deeskalationstechniken
M6 Lehren und Lernen aus berufsfeldspezifischer und fachdidaktischer Sicht (Vertiefung)
- Aktuelle Unterrichtsentwicklungstendenzen und bildungspolitische Themen
- Konzepte zur Bewertung von fachlichen und fächerübergreifenden Kompetenzen
- Fachdidaktisches Coaching in Verbindung mit Domänen
- Classroom-Management
- Bildungs-Domänen als Wissensgebiete in einem wissensbasierten Kontext
- Bildungsrelevanz als Beitrag für individuelle und gesellschaftliche Entscheidungsfähigkeit
- Form und gesellschaftliche Bedeutung des Fachwissens
Kurstermine laufendes Studienjahr 2025/26
Kursangebot 2026/27
Im Studienjahr 2026/27 wird Teil A bzw. B der Primar- bzw. Sekundarstufe an folgenden Institutionen angeboten:
- Primarstufe Teil A und B: Pädagogische Hochschulen
- Sekundarstufe Teil A: KPH Wien, PH Wien, Uni Wien
- Sekundarstufe Teil B: KPH Wien, PH NÖ, PH Wien, Uni Wien
Folgende Fächer der Sekundarstufe (Modul 3) werden angeboten:
Belegung des Fachmoduls nur möglich mit Lehramtsabschluss in diesem Fach!
- Chemie
- Deutsch
- Digitale Grundbildung und Informatik
- Englisch
- Ethik (auch fachspezifischer Weiterbildungsabschluss als Voraussetzungsnachweis gültig)
- Geschichte und politische Bildung
- Instrumentalmusik und Gesang
- Kunst und Gestaltung
- Musik
- Romanische Sprachen
- Slawische Sprachen
- Technik und Design
Hinweis: Deutsch und Englisch werden aktuell jedes Jahr angeboten. Andere UF im Zweijahres-Modus bzw. unregelmäßig je nach Bedarf. Beachten Sie dies ggf. in Ihrer Planung bei der Absolvierung von Modul 3 in mehreren Fächern.
Hier finden Sie die Kurstermine 2026/27.
Anmeldung
Voraussetzungen
- Abgeschlossenes Primar- oder Sekundarstufenlehramt Allgemeinbildung (Masterabschluss oder äquivalenter Abschluss)
- 3 Jahre Berufserfahrung[1] und aufrechtes unbefristetes Dienstverhältnis
- Sie können alle Termine der Weiterbildung in Präsenz wahrnehmen!
- Wünschenswert ist der Nachweis von professionsbezogenen Fort- und Weiterbildungen und Erfahrung im wissenschaftlichen Arbeiten
[1] Die Anmeldung zur Weiterbildung zum*zur Mentor*in ist nach drei effektiven Dienstjahren möglich. Im Pflichtschulbereich in Wien kann eine Ernennung und Vergütung für Studierendenbetreuung erst nach sechs effektiven Dienstjahren erfolgen.
Kurswahl
Bitte entscheiden Sie zunächst, ob Sie die Kurzform (Teil A) oder die Langform (Teil A & Teil B) absolvieren möchten.
In der Übersicht der Kurstermine können Sie die Angebote der einzelnen Institutionen finden. Bitte entscheiden Sie anhand des Angebots und der Kurstermine, an welcher Institution Sie die Weiterbildung absolvieren möchten. Für Modul 3 Sekundarstufe wählen Sie ein (oder mehrere) Ihrer Unterrichtsfächer. Sie müssen vor Beginn der Weiterbildung garantieren, dass Sie zu den gewählten Terminen Zeit haben. Es handelt sich um verpflichtende Präsenztermine! Anmeldedetails entnehmen Sie bitte dem Anmeldeformular, das ab 18.03.2026 hier zur Verfügung steht.
Die Ausbildung für die Primarstufe wird ausschließlich an den Pädagogischen Hochschulen angeboten.
Die Anmeldung ist von 1. bis 30. April 2026 möglich. Nachmeldungen sind nicht möglich!
Anmeldung an den Pädagogischen Hochschulen (KPH Wien/NÖ, PH NÖ & PH Wien):
- Melden Sie sich mit Ihrem PH-Online-Account über das Bewerbungstool zur Weiterbildung an.
(Die Vorgehensweise beim Anmelden entnehmen Sie bitte der Homepage der jeweiligen PH!) - Laden Sie das Anmeldeformular und das Lehramts-Abschlusszeugnis als Anlage in PH-Online hoch. Beachten Sie beim Hochladen die Auswahlmöglichkeiten „Ausbildung zum/r Mentor/in in den Pädagogisch-praktischen Studien" 15 ECTS (= Teil A) oder „Mentoring: Berufseinstieg professionell begleiten" 30 ECTS (= Teil A und B)!
Anmeldung an der Universität Wien:
- Melden Sie sich über das Webformular zur Weiterbildung an. Nach erfolgreicher Übermittlung erhalten Sie eine Bestätigungsmail.
Zustimmung der Bildungsdirektion
Die Teilnahme am Hochschullehrgang/Zertifikatskurs ist erst nach Zustimmung der jeweiligen Bildungsdirektion möglich. Sobald Ihre Teilnahme an der Ausbildung feststeht, werden Sie zeitnah von Ihrer gewählten Institution informiert (ca. Mitte Juni).
FAQ
Allgemeine Informationen zu den Praxisphasen im Lehramtsstudium im Verbund Nord-Ost finden Sie auf der Seite des SSC Lehrer*innenbildung.
Konkrete Informationen zur Schul- und Masterpraxis Lehramt (Registrierung als Mentor*in, Profil anlegen, Eigene Daten aktualisieren, Anmeldung verwalten) finden Sie im Portal Schulpraxis Lehramt (Anmeldung mit u:account notwendig).
Karenz und Bildungskarenz sind kein Hinderungsgrund für die Weiterbildungsteilnahme.
Folgende Informationen zum Mutterschutz liegen uns vor:
In der Regel dürfen Schwangere in Österreich während des Mutterschutzes freiwillig eine Weiterbildung oder Lehrveranstaltungen an einer Universität besuchen. Der Mutterschutz verbietet die Beschäftigung (Arbeit), nicht das Studieren. Es gibt aber wichtige Voraussetzungen und Ausnahmen.
Mutterschutz = Beschäftigungsverbot, kein generelles „Bildungsverbot“. Nach §3 Mutterschutzgesetz (MSchG) dürfen werdende Mütter in den letzten 8 Wochen vor der voraussichtlichen Entbindung und 8 Wochen nach der Entbindung nicht beschäftigt werden. Das betrifft Arbeitsleistungen im Rahmen eines Dienstverhältnisses, nicht das private oder freiwillige Studium.
Zulässig ist daher die Teilnahme an Lehrveranstaltungen/Weiterbildungen, wenn:
- sie nicht Teil Ihrer arbeitsvertraglichen Pflichten ist,
- die Teilnahme nicht als Arbeitsleistung gilt,
- dafür keine Entlohnung/Arbeitszeit angerechnet wird.
Nicht zulässig bzw. heikel wäre eine „Weiterbildung“, wenn sie:
- vom Arbeitgeber angeordnet ist oder arbeitsrechtlich als Dienstpflicht zählt,
- als Arbeitszeit erfasst wird oder vergütet wird,
- mit der Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit gleichkommt. Das könnte auch den Anspruch auf Wochengeld beeinträchtigen, das an die Nichtausübung einer Erwerbstätigkeit geknüpft ist.
Medizinische Aspekte: Auch wenn Studieren erlaubt ist, sollten Sie belastende Tätigkeiten, lange Anreisen, potenzielle Gefährdungen etc. nach ärztlichem Rat beurteilen. Ein ärztlich angeordnetes Beschäftigungsverbot kann im Einzelfall weitergehende Schonung erfordern.
Wenn die „Weiterbildung“ in irgendeiner Form über den Arbeitgeber läuft (z. B. verpflichtend, bezahlt, als Arbeitszeit gewertet), klären Sie vorab mit Arbeitgeber und ggf. Betriebsrat, ob die Teilnahme den Mutterschutz verletzt.
Klären Sie mit Ihrer Krankenversicherung bzw. zuständigem Träger, dass Ihre Teilnahme am Kurs das Wochengeld nicht berührt, sofern keine Erwerbstätigkeit vorliegt.
Universitäre Studienleistungen und Prüfungen können Sie normalerweise absolvieren; stimmen Sie bei Bedarf organisatorische Anpassungen mit der Universität ab.
Rechtsgrundlagen/Infos:
Mutterschutzgesetz (MSchG) §3
Informationen zu Mutterschutz und Karenz (oesterreich.gv.at)
Bitte informieren Sie sich an der PH Wien, diese bietet ein Curriculum für Mentoring in der Berufsschule an. Die Kontaktdaten der PH Wien finden Sie unten angegeben.
Kontakt Mentoring
Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien/Niederösterreich
Mayerweckstr. 1, 1210 Wien
Dipl.-Päd. Nadia Wasif, BEd MEd
Website KPH Wien/NÖ
Pädagogische Hochschule Niederösterreich
Department 6, Mühlgasse 67, 2500 Baden
Kathrin Schwab, BEd MEd
Manuela Stieder, MEd
Website PH NÖ
Pädagogische Hochschule Wien
I:WEB – Institut Weiterbildung, Grenzackerstraße 18, 1100 Wien
Susanna Jilka, BEd
Website PH Wien
Universität Wien
Zentrum für Lehrer*innenbildung, Porzellangasse 4, 1090 Wien
Univ.-Prof. Mag. Dr. Eva Vetter (Kursleitung)
Monika Ritzberger, BA BSc (Administration; Erreichbarkeit: Di–Do)
Website UW Postgraduate Center